Grenzenlose Phantasie – das Maxxi Museum in Rom

10 Mai

Grenzenlose Phantasie – das Maxxi Museum in Rom

Allgemein

Was für eine Frau! Was für ein Bau! Bau? Nein, ein Kunstwerk, das seinesgleichen sucht. Von wem ist die Rede? Von der kürzlich verstorbenen irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid (s. Foto)  und dem von ihr geschaffenen MAXXI- Museum in Rom. Bevor sie mit viel Feingefühl und  mehr Phantasie ihr Projekt realisieren konnte, mußte sie rund dreihundert Konkurrenten aus dem Feld schlagen. Unter ihnen waren Weltstar- Architekten wie Jean Nouvel und Rem Kolhaas. Weil sie nicht abliess von ihrem Vorhaben, warnte sie der italienische Architekt Renzo Piano: „In Rom zu bauen ist ungefähr so, wie das Durchqueren des Wilden Westens im Planwagen.“ Zaha Hadid nahm die Herausforderung an. Rom ist nicht der Wilde Westen. Das Ergebnis: Sie hat der „Ewigen Stadt“ ein modernes Wahrzeichen für zeitgenössische Kunst und Architektur geschenkt.
Zaha Hadid
Wohl kaum ein Besucher kann sich der nachhaltigen Wirkung dieses Gebäudes auf seine Sinne entziehen. Als Fotograf zog ich geradezu elektrisiert durch die Räume. Meine Phantasie war kaum zu zügeln.
Auf meinen Fotos ist unschwer zu erkennen, woran das liegt. Es ist diese harmonische Komplexität von Formen, Farben und Licht. Sicher,  man kann dem Museum eine außergewöhnliche Ästhetik attestieren. Das ist untertrieben. Wie so oft, wenn man von seinem Umfeld zutiefst beeindruckt ist, fallen die richtigen Worte nicht gleich vom Himmel. Ich versuche es trotzdem: Das Haus besteht aus Sichtbeton-Gebäudeteilen, die ineinander, über- und untereinander fließen. Rechte Winkel sucht man vergebens. Die Konstruktion aus weißem Beton, Glas und Stahl wirkt durch die Lichtschächte dynamisch und fließend. Farblich auf die eingesetzten Materialien abgestimmte Leuchtflächen verwandeln grauen Beton zuweilen in „Gold“. Mit jedem Schritt ändern sich Perspektiven, Farben und Licht. Meine Fotosafari währte dreieinhalb Stunden. Heute veröffentliche ich  eine Auswahl. Nicht ausgeschlossen, dass schon bald weitere Fotos hinzukommen.
Zum Schluss noch einige Hintergründe zum MAXXI: Der Standort ist ein ehemaliges Kasernenareal des späten 19. Jahrhunderts und befindet sich im Stadtteil Flaminio. Die Baukosten für das Gebäude betrugen 150 Millionen Euro. Träger des Museums wurde eine eigens gegründete staatliche Stiftung. Die Betreiber betonen, „das Haus sei ein Laboratorium des Experimentierens und der kulturellen Innovation, des Studiums, der Forschung und der Produktion ästhetischer Inhalte unserer Zeit“.
Das Maxxi von außen
Das Maxxi von außen
Die fesselnde Architektur ist längst nicht alles: Das Museo nazionale delle arti del XXI secolo (übersetzt das Museum der Kunst des 21. Jahrhunderts), also kurz Maxxi, bietet auch noch Werke wichtiger zeitgenössischer Künstler wie Alighiero Boetti, Francesco Clemente, William Kentridge, Mario Merz und Gerhard Richter.
Rom hat somit viel mehr zu bieten als die Antike
Die Einzigartigkeit des Paradie… März 15, 2016 Anmerkungen zu den Digitalen Ex… Mai 18, 2016